WomansWineWork

… ich hatte mich gefragt, da ich noch nicht sooooo lang in der Pfalz wohne, was macht eine Winzerin den ganzen Tag, oder das Jahr über. Ist das „nur“ die Frau des Winzers, oder die Tochter, Schwester oder was auch immer und hilft sie dann einfach „nur“ mit? oder gibt es auch Frauen die diesen Beruf lernen und dann auch ausüben? Ja, die gibt es! Ich habe Andrea kennen gelernt und war sehr überrascht was sie alles macht.

Sie arbeitet im Bundessortenamt. „im bitte was?“ Tja das gibt es, dort werden neue Rebsorten geprüft und zugelassen, oder abgelehnt. Es werden Testwingert angelegt um die Reben auf Herz und Nieren zu untersuchen, zu bestimmen und viel mehr. Das ist wie Andrea sagt kein trockener Schreibtischjob sondern auch vieeeeel draußen im Wingert. Das sei auch der Grund warum sie das so gerne macht. Dazu ist zu Hause bei den Eltern noch ein Weingut bei dem sie mit Rat und Tat und ihren fleißigen 2 Händen zur Seite steht. Römmich geben ihre Trauben bei der Winzergenossenschaft Edenkoben ab. Das es so etwas auch mit Wein gibt war mir neu. Ist aber naheliegend, so können auch kleinere Weingüter überleben.

Ich durfte sie bei einigen Arbeiten begleiten. Das Höfische Highlight ist und war aber die Handlese! Im Grunde gibt es keine Notwendigkeit dafür was die Qualität des Weins angeht diesen von Hand zu ernten. Qualität zerstören geht auch bei der Weiterverarbeitung so Andrea! „Wenn du den Wein mit Samthandschuhen erntest um im dann mit dem Holzhammer zu pressen dann ist nix gewonnen“ – das macht Sinn- Zurück zur Handlese, warum jetzt dann dies umständliche Prozedere? Weil es Spass macht, danach ein zünftiges Frühstück mit neuem Wein und herzhaftem wartet, außerdem ist der Wingert so dicht an einem Grundstück einer älteren Dame das ihr Vorgarten unter den Rädern des Vollernters sehr leiden würde. Auch dies macht Sinn, sehr rücksichtsvoll finde ich das. Hier ein paar Eindrücke….

Viele Hände helfen viel und ein eingespieltes Team sind sie auch. „TRAUBE“ ruft´s aus der einen Zeile und stellt den Eimer voll mit Trauben unter die Zeile, „OIMER“ ruft´s zurück und stellt einen leeren Eimer zwischen die Zeile. Parallel sind alle am Erzählen und tauschen familiäre Neuigkeiten aus. Eine schöne Atmosphäre, die nach einer guten Stunde schon vorbei ist, denn der Wingert ist geerntet. Der Maischewgen gut gefüllt und Andrea kann zum Weinkontor fahren und abladen. Es wurden noch Wetten über das Gewicht und die Öchsle abgeschlossen und dann ging´s los.

Ich durfte auch noch an dem gemeinsamen Beisammen sein und Essen dabei sein und hatte einen sehr schönen Nachmittag.

Danke Andrea an dieser Stelle für ´s mitnehmen! KLICK..