Der Bunker

Erst mal was Informatives über mich: Ich finde Zahlen schwer, dazu gehören alle Fakten die mit Zahlen zusammen hängen (deshalb hatte ich in Geschichte auch immer ne 5 ebenso in Mathe), Geschichten live erlebt und erzählt finde ich spannend und wichtig, Anekdoten eben. Kriegsmaschinerie ist, bis auf die Faszination der Technik, gruselig. Soweit so gut, wieso, gehe ich in einen Bunker? Das hab ich mich auch gefragt.

Ich hab diese Veranstaltung „Fototag in der Festung Michelsberg“ durch Zufall gefunden, recherchiert, Fotos gesehen und entschieden da mal hin zu fahren, mal was anderes zu fotografieren war die Idee. 2 Stunden Autofahrt sind kein Problem und ich habe in meiner Fotogruppe Bescheid gesagt. Die Resonanz war mehr als dürftig, was ich überhaupt nicht verstehe. Dieser Bunker, in vielen Teilen voll funktionsfähig, ist mal ein ganz anderes Fotoobjekt. Zumal wir alleine überall hin durften, bis auf wenige Ausnahmen und selbst diese konnten in Begleitung erkundet werden. Nun, wir haben uns zu dritt auf die Reise begeben und wurden nicht enttäuscht. Fahren nach Frankreich an unbekannte Orte ist dank der Technik -die ich sehr gerne nutze- kein Problem. 7:30 Uhr gehts los und um kurz vor 10 Uhr sind wir angekommen. Nach einer kurzen Wartezeit kamen Oliver und Thomas an und der Tag konnte beginnen. Der Bunker wurde im Eingangsbereich hergerichtet und Thomas erklärte die „Spielregeln“. Wenn Thomas erzählt hörst du gerne zu, mit Herzblut, Witz und Charme, viel Hintergrundwissen und Engagement, läutet er den Tag ein und macht Lust auf mehr.

Der Plan ist, erstmal den Bunker ohne Fotoausrüstung erkunden um einen Eindruck und ein Feeling für dieses Ding zu bekommen. Wir stellen schnell fest das diese Entscheidung eine gute war. Uns war dann auch klar wann wir wo, vieeeeeel Zeit brauchen.

Ich dachte am Anfang nicht das ich mich in diesem Gebäude so lange fotografisch verweilen kann und von einem Motiv zum Anderen komme. Es ist unglaublich, du schlenderst von einem Motiv zum nächsten. Ein wenig Zeit ist schon notwendig, denn die Fotos sind überwiegend mit LZB (Langzeitbelichtung) entstanden. Die Taschenlampe und meine Leuchte auf dem Stativ waren bei stockdunklen Räumen eine gute Hilfe. Hier das richtige Maß an Licht zu finden das die Aufnahme ansprechend wird ist eine kleine Herausforderung, die ich gerne angenommen habe. Ich hatte genügend Strom für die Geräte und Speicherkapazität für die „Dicke5“ dabei.

Die 10 Grad und die hohe Luftfeuchtigkeit waren kein großes Problem. Auch die 20 Personen die sich dort mit Ausrüstung Lampe und Co. einfanden, verteilten sich schnell. Es konnte jeder für sich mit wenigen Begegnungen in aller Ruhe fotografieren.

Ich muss PIPI, oooooh nee, wie doof, immer wenn es am schönsten ist muss ich aufs Klo! Ok, alles einpacken und erst mal raus hier. Ach ja, Hunger habe ich auch. Nach der ersten Pause und einem kurzen Austausch der Eindrücke hatte ich mir den Geschützturm noch vorgenommen. Der ist seeeehhhhr hoch und nur über eine Treppe zu erreichen. Nach der Stärkung geht´s los. Der Geschützturm hat noch mal viel Zeit in Anspruch genommen. Viele Details und spannende, funktionierende(!) Technik. Thomas kam mit ein paar Besuchern die eine Führung mit gemacht haben und hat viel zu dem Teil zu erzählen, über Opa, Soldaten, Freundschaft, Herzblut, Menschlichkeit und Technik. Er ist mit ausgesprochen viel Enthusiasmus dabei. Als ich mit fotografieren fertig war bin ich raus und dachte oh 19 Uhr, nun ist es vorbei. Neeeee, der Schwenker war startklar und die Grillerei, reden, gemütlich beisammen sitzen war angesagt. Ein herrlicher Abschluss und lecker dazu. Die mitgebrachten Würstchen, Fleisch, Brot oder Kartoffeln auf den Grill und Schlemmen.

Satt und zufrieden saß ich auf meinem Campingstuhl und dachte: was für ein schöner Tag!

Da kam Oliver mit: WER WOLLTE DENN NOCH IN DEN FILTERRAUM? um die Ecke. Echt jetzt? Er geht mit uns da noch rein? Kamera- check….. Akku-check…. Stativ-check….. Lampe-check und los gehts. Ihr werdet es nich glauben aber alleine dem Filterraum kannst du dich noch mal 2 Stunden fotografisch hingeben. Es ist unglaublich was dieses alte Kriegsgebäude zu bieten hat.

Ein sehr schöner, kreativer, informativer, lustiger und spannender Tag ist zu Ende. Ach, noch was, das machen die hier öfter und damit das so bleibt sollten die Fototage genutzt werden. Der Bunker wird von dem Verein betreut und das mit viel Engagement! Info´s gibt es HIER

Nu aber genug… hier sind die Fotooooooos!

 

 

ich glaub da muss ich noch Mal hin …. KLICK